Trauer um Sabine Zimmermann

Fast 30 Jahre gehörte sie dem Team der ZDF-Fahndungssendung «Aktenzeichen XY… ungelöst» an, bevor sie sich 2011 in den Ruhestand zurückzog. Am 1. Mai ist die Tochter des Erfinders und langjährigen Moderators der Sendung nach schwerer Krankheit in München gestorben.

VON RÜDIGER WELLNITZ

Sabine Zimmermann wurde am 22. Juli 1951 geboren. Schon früh kam sie mit Kriminalität in Kontakt. Ihr Vater war immerhin Fernsehfahnder Eduard Zimmermann († 2009…). Er hatte sie und ihre Schwester Heike adoptiert, als er ihre Mutter Rosmarie heiratete.

Für den Teenager Sabine war es nicht immer einfach, mit einem Vater zusammenzuleben, der die Tipps, die er im ZDF in seinen beiden Sendungen «Aktenzeichen XY… ungelöst» und «Vorsicht, Falle!» gab, auch selbst beherzigte. Und das verlangte er auch von seinen Kindern: Disco-Besuche waren nicht gerne gesehen, das Trampen gar verboten. Und neue Freunde wurden von Papa erstmal «durchleuchtet».

Tatorte fotografieren – nichts für Frauen
Sabine Zimmermann absolvierte nach dem Schulabschluss zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Roten Kreuz in Mainz, bevor sie eine Fotografenlehre absolvierte. Dabei spezialisierte sie sich bereits auf «Polizeifotografie». Sie bewarb sich beim Polizeipräsidium München für den Erkennungsdienst. Sie wurde angestellt, obwohl dieser Job in Polizeikreisen für Frauen damals als ungeeignet angesehen wurde. Sieben Jahre blieb sie dabei, machte nebenher ihren Abschluss als Fotografenmeisterin.

Sabine mit ihrem Vater Eduard Zimmermann

Mitte der achtziger Jahre holte ihr Vater sie dann in seine Firma «Securitel» im Münchner Vorort Unterföhring. Sabine sollte das Filmgeschäft hier von der Pike auf lernen. So wurde sie nacheinander in verschiedenen Abteilungen eingesetzt. Sie war unter anderem Regieassistentin des langjährigen XY-Regisseurs Kurt Grimm, kümmerte sich als Filmgeschäftsführerin um die Finanzen der TV-Produktion und assistierte in der Redaktion ihrem Vater im Vorzimmer des Chefbüros. 1992 übertrug er ihr die Leitung der damals neugegründeten Tochterfirma «Crime TV» (CTV), die unter anderem ein Kriminalmagazin für Sat.1 produzierte.

Neue Bundesbürger vor Gaunern gewarnt 
Auch vor der Kamera wurde Sabine Zimmermann schnell bekannt. 1987, in der 200. XY-Sendung, stellte ihr Vater sie als seine neue Co-Moderatorin im Aufnahmestudio München vor. Fortan verlas sie die Personenfahndungen und berichtete über erste Fahndungsergebnisse.

Da nach der Wende in den neuen Bundesländern Nepper, Schlepper und Bauernfänger vorwiegend aus dem Westen ihr Unwesen trieben, produzierte Eduard Zimmermann 1990/91 auf Bitten des Deutschen Fernsehfunks die zwölfteilige Sendereihe «Vorsicht, Falle! Spezial» – moderiert im Studio in Berlin-Adlershof von Sabine Zimmermann. Nach Beendigung des Sendebetriebs des ehemaligen DDR-Fernsehens strahlte das ZDF für kurze Zeit die Spezialausgaben von «Vorsicht, Falle!» mit Sabine Zimmermann weiter aus.

Pendlerin zwischen München und Mallorca 
1998 bis 2001 übernahm sie die Moderation der regulären «Vorsicht, Falle!»-Sendung von ihrem Vater. Danach konzentrierte sie sich hinter den Kulissen voll und ganz auf ihre Aufgabe als Produktionsleiterin, die sie schon seit einigen Jahren versehen hatte. Aus dieser Funktion heraus ging sie zehn Jahre später in den Ruhestand.

Fast 30 Jahre lang gehörte Sabine Zimmermann der von ihren Eltern gegründeten kleinen Firmengruppe an. Ihren Ruhestand genoss sie an ihren beiden Lieblingsorten: in München und auf Mallorca. Sie war eine liebenswerte, lebensfrohe, selbstbewusste Frau. Doch der heimtückischen Krankheit, gegen die sie in den vergangenen Monaten ankämpfte, hat sie nach einer schweren Operation nicht mehr genügend Power entgegensetzen können. Sie starb mit gerade mal 68 Jahren.

Fotos:  Hermann Roth, ZDF

04.05.20  wel